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Oberliga Nordost Nord 2008/09 - Spielbericht

7. Spieltag - Sonntag, 05.10.2008 - 14:00
Reinickendorfer Füchse - Ludwigsfelder FC 1:1 (1:0)





Bericht von Yiannis HD. Kaufmann

Wem nutzt es?
Ludwigsfelde holt bei den Füchsen ein Unentschieden

Füchse-Trainer Christian Backs war schon wahrlich eine arme Sau: Sinan Sahin hat sich im Training einen Nasenbeinruch zugezogen, Steven Haubitz fällt mit Muskelfaserriss aus, Ferdi Goergen mit Jochbeinbruch und jetzt fehlten nach mannigfachen Defiziten auch die beiden Engins – Vahit Engin und Engin Okatan – ganz im Kader.

Trotzdem war es sicher keine B-Elf, die da am Freiheitsweg gegen den Ludwigsfelder FC ihr scheinbar Bestes gab. Und als in der 9. Minute der wieder genesene, hoch motivierte Nidal Swaidan aus dem Gewühl heraus das verdiente 1:0 erzielte, wähnte man sich bei den fast 150 Zuschauern (davon 87 zahlende) plus „Mr. Optik“ Ingo Kahlisch endlich mal wieder auf der Siegerstraße. Wobei das eher für die Reinickendorfer Fans und nicht für die schon vollgepackt mit Bierflaschen angereisten rot-weißen Fans vom „Harten Kern“ der Ludwigsfelder galt. Offenbar war den LFC-Fans entgangen, dass nicht nur in der Oberliga Glasflaschen mit jeglichem Inhalt verboten sind. Im Ergebnis füllte man sich vor dem Kassenhäuschen ab und zeigte dann während des Spieles nach anfänglich bemerkenswertem Support eher leichte Ausfallerscheinungen.

Aber zurück zum Spiel, dass speziell in der Anfangszeit einige interessante Ansätze zeigte, ohne aber wirklich zu überzeugen. Es mag am unangenehmen Dauerregen gelegen haben oder auch an den Nachwirkungen des 4:0-Auswärtsdebakel der grün-weißen Hausherren, aber es wurde immer mehr zu einem unansehnlichen Gekicke, bei dem jeder blind aus dem Strafraum gehauene Ball zwar ankam, aber zumeist beim Gegner.

Da wunderte es auch nicht, dass es sich beim Höhepunkt der 1. Halbzeit um eine Rote Karte handelte, die der konsequente Schiedsrichter Andreas Becker (FSV Kritzmow/MeckPomm) dem aufmüpfigen Serhat Aktürk von den ReinFüchsen zeigte. Vorausgegangen war ein Foul von Benny Zielske an einem Ludwigsfelder und den nachfolgenden Pfiff meinte Serhat Aktürk kommentieren zu müssen. „Du bist ja blind“ soll es dem Schiedsrichter entgegen geklungen haben und der ahndete diesen Ausruf noch vor der gelben Karte für den eigentlichen Sünder. Wobei insbesondere die Rote Karte überflüssig war, wie ein Kropf ...

Man ging in die Pause und konnte davon ausgehen, dass insbesondere Christian Backs nach dieser Halbzeit die Kabinenwände mit seiner freundlichen Stimme leicht ausgebeult hat.

Zu Halbzeit Zwei zurück auf den Platz konnte man im Kader der Füchse auch das erste „Opfer“ beklagen: Nach einer erkennbar desolaten Leistung blieb Murat Alagöz draußen und wurde durch Ali Sinan ersetzt. Dem aber auch irgendwie die sonst bekannte Spritzigkeit fehlte – immer wieder hatte er gegen seine Gegenspieler das Nachsehen und eilte nur als zweiter Sieger hinterher.

Auch seine Mannschaftskameraden verloren im Laufe der zweiten Halbzeit immer weiter die Lust am grausligen Spiel und zogen sich einladend zurück. Wobei aus dieser Taktik keine unüberwindbare Mauer vor dem von Thomas Dame gehüteten Tor entstand, sondern das alles war eher eine überaus entgegenkommende Einladung an die Gäste des Ludwigsfelder FC, sich doch selbst einmal beim Tore schießen zu versuchen. Nicht einmal die Einwechslung des schnellen und dabei hart einsteigenden Hatem Chouaya (65. Minute für Nidal Swaidan) brachte mehr Sicherheit. Auch der wie ein Irrwisch über den Platz wirbelnde Ertan Yatkiner kriegte seine Hintermannschaft nicht richtig zusammen und wieder war es ein unübersichtliches Gewühl, aus dem heraus in der 82. Minute der schon längst erwartete 1:1-Ausgleich fiel.

Dabei blieb es bis zum Schlusspfiff und im anschließenden Pressegespräch waren sich beide Trainer irgendwie einig, eine Steigerung in den Leistungen gegenüber dem letzten Spieltag gesehen zu haben. Offensichtlich sind die Ansprüche ein bisserl eingedampft worden und wie die Eichhörnchen ernährt man sich Pünktchen für Pünktchen von jenen Brosamen, die ein Team vor dem Abstieg retten ...

Am nächsten Wochenende pausiert der überforderte Oberliga-Zirkus erste einmal wieder, um Kraft für die Winterpause zu sammeln – die Reinickendorfer werden das für ein munteres Pokalspiel nutzen, bei dem am Sonntag, 12. Oktober/14 Uhr, mal wieder Lieblingsgegner Tennis Borussia am Freiheitsweg aufkreuzt. Mal sehen, wie diese dritte gemeinsame Partie innerhalb weniger Monate ausgeht.


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