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Oberliga Nordost Nord 2009/10 - Spielbericht

17. Spieltag - Samstag, 20.02.2010 - 15:00
Malchower SV - Reinickendorfer Füchse 3:1 (1:0)





Bericht von Yiannis HD. Kaufmann

Mit wehenden Fahnen und leeren Händen ...

Füchse-Trainer Claudio Offenberg machte aus seinem Ärger keinen Hehl - er sprach unumwunden von Wettbewerbsverzerrung. Gemeint war damit die unumstößliche Tatsache, dass die Reinickendorfer seit dem 10. Dezember 2009 keinen Rasen mehr gesehen haben und in ganz Berlin zum Training kein freies Großfeld mehr aufzutreiben ist. Der Gastgeber, dem natürlich kein Vorwurf zu machen ist (da wäre eher der offensichtlich im Termindruck überforderte NOFV in der Verantwortung), hatte dagegen ganz erfolgreich das eine oder andere Testspiel absolviert, u. a. gegen Regionalligist TeBe gewonnen.

Trotzdem gingen die Gäste vom Berliner Freiheitsweg hoch motiviert und konzentriert zu Werke. Bis mindestens zur 19. Minute war die Partie mehr als ausgeglichen, doch dann kam quasi aus dem Nichts heraus der Auftritt von Dariusz Kostyk, der nach einem Pass aus der Mitte nach außen von dort wieder angespielt wurde und unhaltbar für Thomas Dame im Kasten der Gäste zum 1:0 versenkte.

Dies muss aber wie ein zusätzlicher Weckruf für die Grün-Weißen gewirkt haben, denn angetrieben von den Neuzugängen Noel Joao (Ex-SV Falkensee-Finkenkrug) und Markus Zschiesche (Ex-SF Siegen) rollte Angriff auf Angriff in Richtung Malchower Tor. Doch dort hatte Keeper PF Kornfeld einen jener Tage erwischt, an dem sich die gegnerischen Stürmer mit dem Thema Weißglut beschäftigen müssen … mindestens zwei unhaltbare Schüsse wurden entschärft und auch sonst ließ er heute nichts anbrennen.

Der Malchower SV konnte sich also beim Halbzeitpfiff von Schiri Marcel Riemer aus Eisenhüttenstadt für die über den wahren Spielverlauf hinwegtäuschende Führung bedanken.

Claudio Offenberg bei den Berliner wird in der Halbzeitpause bestimmt nicht viel zu meckern gehabt haben – er hatte schon vorher in der 35. Minute ein Zeichen gesetzt und Nidal Swaidan gegen Neuzugang Patrick Reichelt (Ex-Nordberliner SC) ausgetauscht. Ansonsten war sein Team in erstaunlich guter körperlicher Verfassung, lediglich das kaum zu trainierende Spielverständnis, die Routine, fehlten manchmal.

So legten die Reinickendorfer Füchse in Halbzeit 2 los wie die Feuerwehr und mancher der 421 Malchower Zuschauer machte sich ganz ordentlich Sorgen. Zu haushoch war die optische Überlegenheit, die auch in der 55. Minute mit dem Ausgleich belohnt wurde: Markus Zschiesche hatte einen Freistoß in Richtung Tor gehämmert, der nur abgeklatscht werden konnte > Patrick Reichelt stand goldrichtig und staubte zum Ausgleich ab.

In der Folgezeit gab es weitere Chancen für die Führung der Füchse – so unter anderem von Steven Haubitz, dessen eigentlich unhaltbarer Schuss knapp vorbei ging. So nahm das Unglück also seinen Lauf und eine - es sei vorsichtig konstatiert – möglicherweise im Schiedsrichtergespann nicht ganz perfekt koordinierte Elfmeter-Entscheidung stellte den Spielverlauf leicht auf den Kopf.

Kapitän Ferdi Goergen soll also einen Malchower auf fußballerisch ungenehmigte Art und Weise beim Spiel begleitet haben und in Folge dieses unglaublichen Vorgangs gab es einen Strafstoß, der in der 71. Minute durch Dan Röpcke zur Malchower 2:1-Führung im Reinickendorfer Tor landete.

Das führte natürlich zu einer fast schon Trotz zu nennenden Reaktion der Füchse, die damit aber bei aller Freude der Zuschauer über das attraktive Spiel doch ins Verderben rannten – in der 85. Minute gab es statt des erhofften Ausgleich nach einem Konter noch das 3:1 für den Malchower SV. Guido Timper war der Torschütze.

Grundsätzlich gilt also den Malchowern erst einmal der Dank für die aufopferungsvolle Räumarbeit auf dem wirklich gut zu bespielenden Platz an der Eishalle … den Reinickendorfern aber, die mit dem Luxusbus der Füchse-Handball_Bundesliga-Profis unterwegs waren, muss man aufmunternde Worte in die nächsten Trainingsrunden mit auf den Weg geben. In Berlin wird es auch in den nächsten Wochen kaum einen bespielbaren Platz geben, aber die Mannschaft muss sich trotzdem nicht verstecken!

Die nächste Partie wäre offiziell am nächsten Sonntag, 28. Februar 2010, um 14.00 Uhr auf dem Freiheitsweg gegen Ingo Kahlischs Optiker aus Rathenow. Doch angesichts der noch vorhandenen Schnee- und Eismassen und der bei Tauwetter zu erwartenden Flutwelle sollte man sich auf eine Absage einstellen …


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