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Oberliga Niedersachsen 2010/11 - Spielbericht

1. Spieltag - Samstag, 07.08.2010 - 16:00
BSV Rehden - TuS Heeslingen 4:2 (2:0)


Diepholzer Kreisblatt

Dikhtiar macht den Sack zu – 4:2
Rehdens Stürmer trifft beim Auftakt-Sieg über TuS Heeslingen dreimal / Damerow verhindert Rückstand

Von Matthias Borchardt

REHDEN · Spieler, Trainer und Verantwortliche umarmten und gratulierten Sergej Dikhtiar nach dem Abpfiff: Mit einem „Dreierpack“ hatte der Stürmer maßgeblichen Anteil daran, dass der BSV Rehden am Sonnabend zum Auftakt der eingleisigen Fußball-Oberliga den TuS Heeslingen mit 4:2 (2:0) bezwang.

„Am Ende haben wir den Gegner klassisch ausgekontert und verdient gewonnen. Ich habe zwei gute Vorlagen von Benjamin Belka bekommen“, sagte Ex-Profi Sergej Dikhtiar. Der 34-Jährige übersah nicht die Schwächen bei seiner Mannschaft: „Wir sind bei einer 2:0-Pausen-Führung zu locker aus der Kabine gekommen und nicht entschlossen genug in die Zweikämpfe gegangen.“

„Sergej hat super gespielt“, lobte BSV-Coach Uwe Brunn den Akteur mit der Nummer 14. Der 42-Jährige nannte weitere Aktivposten: „Als das Spiel auf des Messers Schneide stand, hat uns René Damerow mit zwei Paraden im Spiel gehalten. Und Maarten Schops präsentierte sich äußerst zweikampfstark. Die Einwechslung von Benjamin Belka erwies sich auch als gut.“

Rehdens Mittelfeldakteur Christian Schiffbänker wirkte nach dem ersten „Dreier“ erleichtert: „Zwar hat noch nicht alles geklappt, aber der Sieg ist enorm wichtig. Bei den Gegentoren nach der Pause waren wir zu nachlässig, da hat die Zuteilung nicht mehr gepasst.“

Den spielerisch überlegenen Gastgebern gehörte vor 350 Zuschauern die erste Halbzeit. Nachdem Heeslingens Torwart Peter Bardehle einen von Dikhtiar geschossenen Ball nach vorne abprallen ließ, staubte Alexander Burgardt zum 1:0 (15.) ab. „Ihr müsst mehr gegenhalten!“, forderte der Keeper seine Mitspieler auf. Diese überhörten seine Worte, denn auch in der Folgezeit verloren die Gäste mehrere Zweikämpfe. Erst in der 40. Minute kamen sie zu ihrer ersten Möglichkeit, doch Almir Redzepagic scheiterte an René Damerow. Das nächste Tor fiel auf der anderen Seite: Nach einem Ballverlust von Wojciech Bobrowski hatte Dikhtiar freie Bahn und erhöhte auf 2:0 (44.). Im Gegenzug schoss der freistehende Nils Laabs den Ball neben den Kasten (45.).

Gleich nach dem Wechsel besorgte Mehmet Koc zwar per Kopf das 3:0 (46.), doch bei der Hereingabe von Burgardt war der Ball im Aus, so dass Schiedsrichter Dirk Schröer (SV Adler Messingen) den Treffer nicht anerkannte. Anschließend bauten die Rehdener ab, patzten in der Defensive mehrfach. Das blieb nicht ohne Folgen: Zunächst verkürzte Mirko Lippold auf 1:2 (52.). Sechs Minuten später bediente der Torschütze den freistehenden Thomas Johrden, der mit Flachschuss ins lange Eck zum 2:2 (58.) traf. „Wir haben im Mannschaftsgefüge nicht gut gegen den Ball gearbeitet“, monierte René Damerow. Der 37-Jährige bewahrte den letztjährigen Dritten den Oberliga West sogar vor einem Rückstand, als er bei zwei Schüssen von Nils Laabs (65./79.) glänzend reagierte. „Das dritte Tor wäre der Todesstoß gewesen“, mutmaßte die Nummer eins des BSV Rehden.

Zwischenzeitlich hatten aber auch die Hausherren eine klare Chance, doch Erdal Ölge schoss die „Pille“ aus spitzem Winkel an den Pfosten (70.). In der Endphase zeigten die BSV-Kicker ihre spielerische Klasse. Nach einem langen Pass von Kapitän Stefan Bernholt behauptete sich der eingewechselte Benjamin Belka an der linken Seite, bediente Sergej Dikhtiar, der den Ball zum 3:2 (83.) ins Tor schob. Ein weiterer Konter führte zur Entscheidung: Wieder leistete der Ex-Hamelner Belka die Vorarbeit, und Dikhtiar hatte keine Mühe, mit seinem dritten Treffer für den 4:2-Endstand (89.) zu sorgen.


Zevener Zeitung
Fehlstart für Gütschow-Team

Von Siegbert Demmer

REHDEN. Der TuS Heeslingen hat zum Auftakt der neuen Fußball-Oberligasaison einen klassischen Fehlstart hingelegt. Die Elf von Torsten Gütschow unterlag im Auswärtsspiel beim BSV Rehden mit 2:4. Spieler des Tages war Sergiy Dikhtyar: Der gegnerische Stürmer erzielte drei der vier Tore für seinen Verein.

Für den TuS Heeslingen gilt es nun, die Niederlage schnellstens abzuhaken, denn in 48 Stunden wartet bereits das Achtelfinale um den Krombacher-Pokal auf die Heeslinger, die am kommenden Mittwoch, 11. August, im eigenen Stadion auf den SV Ramlingen/Ehlershausen treffen (Anpfiff der Partie ist um 18.45 Uhr).

Nach der Partie gegen Rehden wollte sich die Miene von Torsten Gütschow nicht aufhellen, denn die Leistung, die sein Team in den ersten 45 Minuten abgeliefert hatte, war vollkommen indiskutabel. Gegen die engagiert auftretenden Gastgeber war die Defensivabteilung der Heeslinger in vielen Situationen überfordert. Insbesondere Dominik Bremer und Jan Koch, die vergeblich auf die Unterstützung durch das eigene Mittelfeld hofften, wurden mehrfach regelrecht überrollt und mussten bereits in der 15. Minute mit ansehen, wie Alexander Burgardt zum 1:0 abstaubte. Vorausgegangen war eine schöne Einzelaktion von Dikhtyar, der aus zehn Metern an TuS-Keeper Peter Bardehle gescheitert war.

Rehdens Stürmer entwickelte sich im weiteren Verlauf zum Albtraum für die Gäste aus Heeslingen, denn gemeinsam mit Alexander Burgardt, Mehmet Koc und Christian Schiffbänker bildete er ein brandgefährliches Offensivquartett, das die Heeslinger Abwehr ein ums andere Mal erheblich in Bedrängnis brachte. Dass weitere Treffer zunächst ausblieben, hatten die Heeslinger aber nicht etwa einem engagierteren Auftritt, sondern der Tatsache zu verdanken, dass die Platzherren ihre Chancen nicht in letzter Konsequenz nutzten. Sie konnten es sich aber auch leisten, denn in den ersten 45 Minuten agierten ihre Kontrahenten aus Heeslingen alles andere als überzeugend.

Zu einem schlechten Zweikampfverhalten (Gütschow: „Wir standen viel zu weit weg vom Mann“) gesellte sich ein ideenloses Spiel. Immer wieder versuchten die Gäste mit hohen Bällen zum Erfolg zu kommen, doch die konzentriert agierende Rehdener Abwehr war mit so einfachen Mitteln nicht zu knacken.

Mehr noch. Die Elf von Uwe Brunn nutzte die halbherzigen Heeslinger Angriffe immer wieder zu schnellen Tempovorstößen, von denen einer kurz vor dem Seitenwechsel zum Erfolg führte. Nach einem kapitalen Abwehrfehler ließ sich Dikhtyar nicht lange bitten und erhöhte auf 2:0 (45.).

Gütschow schien in der Halbzeit die passenden Worte gefunden zu haben, denn nach Wiederanpfiff agierte seine Elf so, wie man es sich schon während der ersten Halbzeit gewünscht hatte. Endlich gingen Jan Koch und dessen Mitspieler engagiert in die Zweikämpfe, gaben nicht einen Ball verloren und hebelten die gegnerische Abwehr des öfteren mit schnellen Kombinationen aus. Der Erfolg sollte nicht lange auf sich warten lassen.

Nach einem schönen Zuspiel von Thomas Johrden traf Mirko Lippold acht Minuten nach der Pause zum 1:2. Nur fünf Minuten später glich Johrden, der diesmal von Mirko Lippold angespielt worden war, auf 2:2 – und plötzlich war es um die Ordnung in der Rehdener Abwehr geschehen.

Hätten die Heeslinger in dieser Phase des Spiels kaltschnäuziger agiert, sie wären in Führung gegangen, doch unter anderem vergaben Sead Kucevic und Nils Laabs beste Chancen. Leider vernachlässigte ein TuS im Vorwärtsgang zusehends seine Defensivaufgaben und wurde dafür von den konterstarken Gastgebern abermals bestraft.

Sechs Minuten vor dem Abpfiff markierte Dikhtyar nach einem Konter das 3:2 und wenige Sekunden vor Ende der Partie erhöhte er sogar auf 4:2.

„Rehden hat uns in der zweiten Halbzeit ein ganz großes Geschenk gemacht und uns unverhofft wieder ins Spiel gebracht. Leider haben wir es nicht verstanden, diese Chance zu nutzen. Alles in allem haben wir keinen Grund, uns zu beklagen. Verloren haben wir die Partie in der ersten Halbzeit“, bilanzierte Gütschow.


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