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Oberliga Niedersachsen 2010/11 - Spielbericht

16. Spieltag - Sonntag, 21.11.2010 - 14:00
TSV Ottersberg - TuS Güldenstern Stade 2:1 (0:1)


Verdener Aller Zeitung

Neumann: Erst Chancentod, dann doch noch der Held
Ottersberger 2:1-Siegtreffer in Nachspielzeit gegen Güldenstern Stade erzielt

Von Frank von Staden

OTTERSBERG · Viermal stand Ottersbergs Oberliga-Goalgetter Alexander Neumann gestern völlig blank vor dem Gehäuse des Tabellenletzten TuS Güldenstern Stade. Doch entweder scheiterte er kläglich oder am Pfosten. Als ihn aber keiner mehr auf dem Zettel hatte, schlug der Youngster gnadenlos zu, markierte in der Nachspielzeit (90.+2) den mehr als glücklichen 2:1 (0:1)-Siegtreffer per Kopf nach einem 40-Meter-Freistoß von Mamut Aktas.

Wie ausgelassene Kinder tanzten danach die heimischen Oberliga-Kicker sowie Trainer- und Betreuerstab über den Platz, denn Schiedsrichterin Kim-Jana Trenkner pfiff danach sofort ab. Klar, dass auf der anderen Seite die Stader Spieler haderten und auch zürnten, völlig enttäuscht den Wümme-Sportplatz verließen. Denn noch nie waren sie in dieser Saison einem Remis auf fremden Terrain oder sogar dem ersten Sieg so nahe. „Ich nehme nicht das Wort unmöglich in den Mund. Aber wenn wir hier und auch gegen Uelzen gepunktet hätten, wäre der Klassenerhalt wieder näher gerückt. So aber ist der wohl kaum noch möglich“, zeigte sich TuS-Coach Martin König als ungemein sachlicher Verlierer. Dabei hätte er auf der späteren Pressekonferenz schimpfen können wie ein Rohrspatz.

Nach einem rasanten Beginn der Hausherren bekamen die Gäste, die nicht etwa destruktiv agierten, sondern selbst immer wieder ihre Chance im Spiel nach vorn suchten, die Partie durch einfachen und arbeitsreichen Fußball immer besser in den Griff. Nachdem Alex Neumann zwei Riesenchancen (1./15.) ausließ, kamen die Stader nicht einmal unverdient zu ihrem vierten Auswärtstor in dieser Saison (32.). Immer wieder durch klägliche Abspielfehler der Hausherren eingeladen nutzte Matthias Quadt mit seinem ersten Saisontreffer ein Zuspiel in die Spitze. Noch vor der Pause hätte Neumann diesen unnötigen Fleck auswaschen können (42.), nach Konter aber scheiterte er am Pfosten.

In der Pause reagierte TSV-Trainer Axel Sammrey, brachte für den diesmal schwachen Sebastian Koltonowski den genesenen Vitor Rodrigues. Der übernahm die Position von Dennis Janssen, der wiederum von der linken auf die rechte Verteidigerseite rückte, von der Marco Wahlers ins Mittelfeld beordert wurde. Damit wurde der Druck der Grün-Weißen nun etwas größer. Und nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff hätte es dann endlich auch im Stader Gehäuse klingeln müssen, doch wiederum Neumann brachte das Kunststück fertig, völlig freistehend aus nur vier Metern zu verziehen. Wie es besser geht, zeigte Stefan Denker. Nach Bi-Ria-Flanke drückte er das Leder freistehend in die Maschen – 1:1 (65.).

Wer aber glaubte, der Stader Stern würde nun erblassen, der sah sich getäuscht. Immer wieder setzten sie per Konter feine Nadelstiche, hätten durch Eggers (77.) als auch Klee (90.), der nur die Latte traf, durchaus erneut in Führung gehen können. Und kurz darauf haderten die Stader dann gänzlich mit der Unparteiischen, die in einigen Szenen doch recht unglücklich agierte. Ließ sie schon in der 72. Minute den Karton gegen Dennis Janssen stecken, als dieser Trispel (musste später mit Verdacht auf Fußbruch ins Krankenhaus) übermotiviert von den Beinen holte, so zeigte sie in der ersten Minute der Nachspielzeit Alexander Huhn nach klarer Notbremse gegen Patrick Klee nur Gelb. „Unglaublich“, haderte da König, der dann wenige Sekunden später wie versteinert an der Linie verharrte, einen Tobsuchtsanfall nur schwer unterdrücken konnte. Denn mit der allerletzten Aktion der Partie gelang Neumann doch noch das nicht mehr für möglich gehaltene Siegtor. Keeper Pascal Drusch machte da allerdings nicht gerade die eleganteste Figur, verharrte bei dem Aktas-Freistoß in den Fünfmeterraum auf der Linie.


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