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Oberliga Niedersachsen 2010/11 - Spielbericht

26. Spieltag - Sonntag, 13.03.2011 - 15:00
SV Ramlingen/Ehlershausen - TSV Ottersberg 4:1 (2:0)


Verdener Aller Zeitung
Eggerts frühe Rote Karte fatal – 1:4
Spielerisch hoch überlegen, Vielzahl an besten Chancen – doch das Tor ist für Ottersberg in Ramlingen wie vernagelt

Aus Ramlingen berichtet
Frank von Staden

RAMLINGEN · Ramlingens Oberliga-Coach Kurt Becker brachte es nach dem Abpfiff auf den Punkt, konstatierte: „Wir sollten heute in die Kirche gehen und uns innig für das bedanken, was hier geschehen ist!“ Denn der gestrige 4:1 (2:0)-Erfolg des SV Ramlingen-Ehlershausen, er spiegelt in keinster Weise den wahren Spielverlauf gegen einen TSV Ottersberg wider, der gestern in fast allen Belangen eine Klasse besser war, vor dem Tor aber kläglich versagte und beste Chancen fahrlässig liegen ließ.

„Ich weiß selbst nicht, wie ich das jemandem erklären soll, der diese erste Halbzeit nicht gesehen hat. Wir haben eigentlich keine Chance, führen aber mit 2:0“, schüttelte zur Pause Ramlingens Benjamin Brosche ungläubig den Kopf. Der Keeper musste in der Kabine wahrscheinlich erst einmal seine Hände kühlen, denn die waren 45 Minuten im Dauereinsatz. So brannten die Grün-Weißen auf fremden Terrain ein wahres Feuerwerk ab, warfen die überforderte Deckung der Hausherren von einer Verlegenheit in die nächste. Ob Sebastian Koltonowski (3.), der bärenstarke Mahmut Aktas (4.), der unermüdliche Alexander Neumann mit einem feinen Schlenzer (10.): Die Führung der Ottersberger war eigentlich nur eine Frage der Zeit.

Pustekuchen!

Denn mit der ersten Torannäherung überhaupt gelang den Platzherren sofort das 1:0 (11.). Zwar konnte Keeper Tim Eggert gegen Patrick Heldt noch klären, doch im Nachschuss spielte dann der gestern überragende Marc-Robin Becker dem TSV Ottersberg seinen ersten Streich. Und der zweite folgte sogleich. Denn nachdem Mirco Temp auf der Gegenseite nur Aluminium traf (18.), durften die auf einem Abstiegsplatz stehende Spielgemeinschaft den zweiten guten Vorstoß verzeichnen – und kam prompt zum 2:0. Und das aufgrund einer Aktion, die letztlich spielentscheidend sein sollte. So verschätzte sich Eggert beim Herauslaufen gegen den nach einem Befreiungsschlag durchstartenden Hauck völlig, brachte den Ramlinger zu Fall und sah dafür Rot (22.). Diskussionswürdig, denn Innenverteidiger Mateusz Peek befand sich ebenfalls am Tatort. Den fälligen Freistoß setzte Becker versiert über die Mauer am noch kalten Ersatzkeeper Paul Franke vorbei in die Maschen. Da begann sich die Ottersberger Bank erstmalig über die Entscheidung der Unparteiischen aufzuregen. Und sie sollten noch weiter gehörig mit dem Schiedsrichter hadern. Denn noch vor der Pause bugsierte Iman Bi-Ria das Leder zweimal ins Netz, die Treffer wurden den Gästen aber aufgrund einer vermeintlichen Abseitsposition verwehrt. „Grenzwertig“, atmete da selbst Brosche tief durch.

Nach dem Wechsel dasselbe Bild: Der TSV Ottersberg ließ Ball und Gegner gut laufen, erspielte sich eine Chance nach der nächsten. Den Hausherren blieben da oft nur Befreiungsschläge, die aber aufgrund eines Platzes mit „Juniorenmaße“ desöfteren zu gefährlichen Angriffsbällen in den Ottersberger Strafraum mutierten. Und die wussten die Gastgeber gestern im Gegensatz zu ihrem Gegner eiskalt zu nutzen. So traf Becker volley von der Strafraumkante – Temp wurde zu diesem Zeitpunkt an der Außenlinie behandelt (57.) –, dann Heldt gar zum 4:0 (67.).

Was die Gäste auszeichnete: Sie stecken den Kopf zu keinem Zeitpunkt in Vogel-Strauß-Manier in den Sand, sondern spielten immer weiter tapfer nach vorn. Zumindest einmal wurde das durch Mahmut Aktas belohnt – 4:1 (77.). Und zieht man alle Chancen in der Schlussphase noch zusammen, die Partie hätte auch noch 5:5 enden können.


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