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Oberliga Niedersachsen 2010/11 - Spielbericht

29. Spieltag - Samstag, 02.04.2011 - 16:00
BSV Rehden - Teutonia Uelzen 4:2 (2:1)


Diepholzer Kreisblatt
Auch Elias war zufrieden
4:2 gegen Uelzen sichert Rehden faktisch die Oberliga / Interesse an Oythes Knipser Tim Wernke

Von Arne Helms

REHDEN · Er konnte einem fast leid tun. Alexander Burgardt vom BSV Rehden wollte am Sonnabend im Oberliga-Heimspiel gegen Teutonia Uelzen zunächst gar nichts gelingen. Der Ball versprang, die Pässe rollten ins Nichts, das 0:1 ging in Teilen auf seine Kappe. Burgardt haderte mit sich selbst. Doch der 29-Jährige machte während des Fußballspiels, das mit 4:2 (2:1) endete und Rehden zum Nichtabsteiger machte, eine erstaunliche Wandlung durch.

Mit zwei Torvorlagen hatte der Mittelfeldspieler noch die Kurve bekommen, nachdem „da ja wirklich nichts lief“, wie er selbst nach Schlusspfiff zugab. Auf seinem Arm hatte inzwischen Sohn Elias Platz genommen, dessen fachmännisches Urteil ebenfalls positiv ausfiel. „Gut gespielt“, strahlte der Steppke seinen Papa an.

Für die ersten 20 Minuten galt das allerdings ganz klar nicht. Eine verunglückte Kopfball-Rückgabe Burgardts zu Keeper Rene Damerow führte zu jener Ecke für Uelzen, nach der das 1:0 durch Danny-Torben Kühn (13.) fiel. Den Gästen war bis dahin anzusehen gewesen, dass die Oberliga für sie eine Nummer zu groß ist. Dass eine Frau auf der Tribüne jedoch bereits sagte, sie bekomme „die Pimpernellen“, lag eher am BSV Rehden, der die Teutonen ganz offensichtlich auf die leichte Schulter genommen hatte. In einem Topspiel wie gegen Cloppenburg hätte seine Mannschaft „Schaum vor dem Mund“ vor lauter Bissigkeit, sagte auch Coach Uwe Brunn und zuckte mit den Schultern. Natürlich hatte er Konzentration gepredigt, aber ein Tabellenvorletzter wie Uelzen bleibt eben auch nach dem Anpfiff ein Tabellenvorletzter, da kann der Trainer noch so viel reden.

Erst nach dem Rückstand bewiesen Burgardt und Co. Rückgrat, schließlich galt es auch, die ominöse 40-Punkte-Marke zu knacken und den ohnehin unrealistischen Abstieg endgültig abzuhaken. Diesen Stein ins Rollen gebracht hatte Uelzens Schlussmann Thorben Reinhardt, der einen harmlosen Kopfball von BSV-Stürmer Benjamin Belka vor die Füße von David Pundt fallen ließ und diesem das 1:1 (37.) ermöglichte. Regisseur Christian Schiffbänker (39.) kannte ebenso wenig Pardon mit Reinhardt und schlenzte den Ball mit der Sonne im Rücken in den rechten Torwinkel. Es stand 2:1, die Partie war gedreht und die Pimpernellen in den Sitzplatzreihen waren abgeklungen.

Beim zweiten Treffer durch Schiffbänker (54.) zum 3:1 leistete zum zweiten Mal Alexander Burgardt die Vorarbeit, was ihm einen jubelnden Doppeltorschützen auf dem Rücken bescherte. „Ich mache das gerne für ‚Schiffi‘. Er hatte das Gefühl schon lange nicht mehr“, lachte der Vorbereiter später. Coach Brunn hatte nach der vermeintlichen Entscheidung mit allem gerechnet, nur nicht, „dass wir einen schon toten Gegner wieder ins Leben zurückholen“. Mazan Moslehe (72.) verkürzte aus abseitsverdächtiger Position auf 2:3 und brachte die Gastgeber nochmal in Bedrängnis.

Erst ein immer länger werdender Freistoß von Manuel Meyer zum 4:2 (88.) ließ Brunn durchatmen: „Mit 42 Punkten kann uns nach Adam Riese nichts mehr passieren. Ich bin froh, dass diese Etappe geschafft ist. Jetzt haben wir keinen Druck mehr und können die Mannschaft weiter entwickeln.“

Ob Uwe Brunn in der nächsten Saison der Chefingenieur des Konstrukts BSV Rehden sein wird, steht nach wie vor in den Sternen. Am Kader wird scheinbar trotzdem geschraubt. Team-Koordinator Heiner Bünte bestätigte das Interesse an Tim Wernke vom VfL Oythe: „Wir haben mit ihm gesprochen.“ 25 Tore in der Landesliga Weser-Ems haben aber auch Rehdens Ligarivalen BV Cloppenburg und VfB Oldenburg hellhörig werden lassen.


Allgemeine Zeitung Uelzen
„So etwas noch nicht gesehen“
Teutonia Uelzen kassiert in Rehden die zehnte Auswärtsspleite / Doppelschlag schockt die Gäste

Von Bernd Klingebiel

Rehden/Uelzen - Sechs Treffer, aber eine Partie „ohne großartige Torchancen“. Auf diesen kuriosen Nenner brachte Co-Trainer Peter Kramer am Samstagabend Teutonia Uelzens 2:4-Auswärtsniederlage beim BSV Rehden – die zehnte dieser Saison in fremden Stadien für den Neuling der Fußball-Oberliga Niedersachsen. Und es war wie so häufig in dieser Spielzeit: Mitgehalten, aber nichts mitgenommen.

Kramer vertrat den privat verhinderten Ralf Sievers an der Seitenlinie. Er sah eine zunächst sehr selbstbewusst auftretende Uelzener Elf, die erneut mit Danny-Torben Kühn als einzige nominelle Spitze in einem 4-5-1 spielte. Teutonia verbaute geschickt die Räume. Kramer: „Das waren erstklassige 35 Minuten. Wir hatten Rehden soweit, dass sie die Lust verloren und die Bälle nur noch lang nach vorn schlugen. So etwas habe ich in der Oberliga noch nicht gesehen.“

Nach einem Tor von Kühn zum 0:1, der einen zunächst abgewehrten Volleyschuss von Till Marks abstaubte, schlugen die Platzherren aber innerhalb von 180 Sekunden doppelt zurück. Sie verwerteten dabei ihre beiden ersten Möglichkeiten überhaupt, wobei der nach zweimaliger Pause wieder eingesetzte Thorben Reinhardt im Uelzener Tor vor dem Ausgleich einen eigentlich harmlosen Ball in Bedrängnis hatten fallen lassen. Mit einem Knaller in den oberen Torwinkel zogen die Gastgeber dann auch noch in Front.

Kramer: „Das war der Knackpunkt, das war wie ein Genickbruch.“ Zumal Kühn kurz vor dem Doppelschlag den Ball aus 20 Metern nur ganz knapp neben das BSV-Gehäuse gefeuert hatte. Kramer vermutete: „Wenn wir da das 2:0 machen, fällt Rehden auseinander.“

Nach dem dritten Platzherren-Treffer verkürzte der eingewechselte Mazan Moslehe auf Vorarbeit von Nicolai Bäsler problemlos für die Uelzener. Die Hoffnung währte jedoch nicht lange. Mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 35 Metern zum 4:2, bei dem Reinhardt den Ball unterlief, sorgte Manuel Meyer für die Entscheidung. Kramer: „Heute war fast jeder Schuss ein Treffer.“


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