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Oberliga Niedersachsen 2010/11 - Spielbericht

33. Spieltag - Freitag, 29.04.2011 - 18:00
Goslarer SC - SV Meppen 2:2 (0:1)


Goslarsche Zeitung
GSC kassiert gegen Meppen in letzter Minuten noch den 2:2-Ausgleich

Von Frank Saigge

Auch im letzten Versuch gelang es dem Goslarer SC 08 am Freitagabend nicht, eines der Spitzenteams der Oberliga zu besiegen. Gegen den SV Meppen kassierte er in der Schlussminute den Treffer zum 2:2-Ausgleich.

Gut 60 Minuten lang wirkte der Goslarer SC 08 nach frühem 0:1 gegen den SV Meppen wie gelähmt, bot nichts als Stückwerk, drehte dann binnen drei Minuten die Partie zum 2:1, um sich in letzter Minute doch noch mit einem 2:2 begnügen zu müssen.

Sie brauchten wirklich einen elend langen Anlauf in der S-Arena am Osterfeld, , aber dann zauberten die Gastgeber in der 74. Minute einen Angriff aus dem Hut, richtig schneller, direkter Fußball über Peter Endres und Alessandro Caruso, und dessen Hereingabe nahm André Hofer aus 15 Metern direkt ab. Das 1:1 wie aus heiterem Himmel. Nun wurde sichtbar, was so ein Tor in den Köpfen ausmacht. Die Gäste, die sich nach einer starken ersten Halbzeit auf ihrem Vorsprung ausgeruht hatten, waren konsterniert. Der GSC setzte nach, und Endres jagte nur drei Minuten später einen Freistoß vom Strafraumeck flach zum 2:1 in die Maschen.

Ein paar Minuten später hätte Suri Ucar, der zuvor schon elfmeterreif gefoult worden war, den Sack zumachen können, doch scheiterte er nach einem Konter am lange Zeit beschäftigungslosen Marcel Lücking im Meppener Tor.

So fiel doch noch der späte Ausgleich, als nach einem Freistoß Stefan Raming-Freesen aus dem Gewühl heraus einköpfte. „Wenn man bei den Standards nicht aufpasst, gewinnt man kein Spiel“, maulte Torwart Nico Lauenstein, der schon das 0:1 im Anschluss an die erste Ecke kassiert hatte und danach praktisch im Alleingang mit drei, vier erstklassigen Paraden sein Team im Spiel gehalten hatte.

„Dass wir dann aber noch mal zurückgekommen sind, zeugt von der guten Moral“, resümierte Trainer Manfred Wölpper, dessen Taktik, Ucar als einzige Spitze gegen den hünenhaften Francis Banecki in der SVM-Innenverteidigung beginnen zu lassen, früh zum Scheitern verurteilt war. Allerdings ärgerte er sich darüber, nun abermals in der Schlussphase ein Gegentor kassiert zu haben. „Das ist uns in der ganzen Hinrunde nicht passiert, und jetzt häuft es sich.“ Auch Kapitän Enrico Maaßen haderte: „Letztlich ist das doch eine gefühlte Niederlage.“


Goslarsche Zeitung
Mehrere Strafanzeigen nach GSC-Spiel gegen Meppen

Von Frank Saigge

Die Vorsicht war schon angebracht. Im Nachhinein bewährte sich, dass die Begegnung des Goslarer SC 08 gegen den SV Meppen in der S-Arena am Osterfeld im Vorfeld als Risikospiel eingestuft worden war. Nach Spielschluss eskalierte die Situation und mündete in mehreren Strafanzeigen.

Bis Mitte der zweiten Hälfte blieb es am Freitagabend – mit Ausnahme von einem oder zwei Bengalos – ruhig im abgesperrten Block an der Westseite. Die knapp 100 Meppener Fans, in geringerer Anzahl als gedacht mit zwei Bussen angereist, waren mit der frühen 1:0-Führung ihrer Mannschaft zufrieden und konnten sich ausgiebig dem Gesang und der Druckbetankung an der im Block untergebrachten Versorgungseinheit widmen.

Zuvor war relativ kurzfristig eine Warnung szenekundiger Beamter aus Meppen eingegangen, derzufolge eine Gruppe Alt-Hooligans in einem der beiden Busse vertreten wäre. Ein mit bundesweitem Stadionverbot belegter Mann war dem Vernehmen nach gleich draußen gelassen worden. Bei den im Vorfeld des Spiels umlaufenden Gerüchten, die Gruppe hätte schon nach der Ankunft am Bahnhof Raufhändel gesucht, handelte es sich offenbar aber nur um standardmäßiges Vorglühen.

Als dann aber die Partie kippte und der GSC in Führung ging, kippte auch die Stimmung bei den zuvor lediglich lautstarken Fans. Nach einer Laienspieleinlage von GSC-Keeper Nico Lauenstein, der sich unmittelbar vor dem Gästeblock nach einem vermeintlichen Schlag eines Meppener Spielers fallen ließ, gingen bei einigen im Käfig die Gäule durch. Sie enterten in affenartiger Geschwindigkeit den Zaun und konnten nur durch die Präsenz von Polizei und Ordnern am Überqueren gehindert werden.

Später konnte dann aber auch der Meppener Ausgleich in letzter Minute den nach Ansicht von Augenzeugen nunmehr mächtig alkoholisierten, chaotischen Teil der Emsländer nicht besänftigen und sie bewegen, sich friedlich in den Bus zu setzen und die Heimreise anzutreten. Stattdessen folgten wüste Beschimpfungen und Würfe mit Flaschen und Feuerwerkskörpern gegen Beamte, der Tritt gegen einen mit Maulkorb bewehrten Polizeihund, und auch das Innere des Busses soll dem Vernehmen nach nicht mehr den gleichen adretten Zustand gehabt haben wie bei der Anfahrt.

Mit viel Mühe wurde der renitente und aggressive Teil der Insassen schließlich verfrachtet. Diverse Strafanzeigen wegen Beleidigung, Landfriedensbruch und versuchter gefährlicher Körperverletzung sind in Vorbereitung. Nähere Einzelheiten dazu sind noch nicht bekannt, da erst noch Videoaufnahmen ausgewertet werden müssten, so ein Polizeisprecher.


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