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Oberliga Niedersachsen 2011/12 - Spielbericht

18. Spieltag - Sonntag, 04.12.2011 - 14:00
VfL Osnabrück II - TSV Ottersberg 5:3 (2:1)


Verdener Aller-Zeitung

Wahlers die tragische Figur
Ottersberger Verteidiger erwischt beim 3:5 in Osnabrück rabenschwarzen Tag

Aus Osnabrück berichtet


Frank von Staden

OSNABRÜCK · Es bleibt dabei: Gegen Teams aus dem oberen Tabellendrittel kann Fußball-Oberligist TSV Ottersberg zwar immer Paroli bieten, sie auch ein wenig ärgern – sie besiegen aber kann er einfach nicht. Das war auch gestern im Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück II nicht anders. Zwar zeigte die Elf von der Wümme viel Moral, konnte dabei einen 1:3-Rückstand in ein zwischenzeitliches 3:3 ummünzen. Am Ende aber standen die Mannen von Coach Axel Sammrey beim 3:5 (1:2) wieder einmal mit leeren Händen da.

Tragische Figur in diesem ab der 25. Minute doch recht ausgeglichenen Spiel war dabei ohne Zweifel Ottersbergs Marco Wahlers. Der Verteidiger, von seinem Trainer diesmal statt innen auf der rechten Defensivposition aufgeboten, fand im Grunde nie ins Spiel, bekam kaum Zugriff auf die mit Drittliga-Einsätzen behafteten Michael Gardawski (zwölf Profi-Spiele in dieser Saison) und auch Christian Pauli (5), die immer wieder auf der linken Osnabrücker Außenbahn Positionswechsel betrieben und die an der Entstehung von vier der fünf VfL-Treffer beteiligt waren.

Den ersten Schnitzer auf dem harten Kunstrasenplatz allerdings leistete sich Sebastian Koltonowski nach Ballverlust, was in einen Freistoß mündete. Den fälschte Stefan Denker für Keeper Tim Eggert so unhaltbar ab, dass Schütze Deniz Taskesen jubelnd abdrehen durfte (13.). Nachdem Eggert gegen Pauli dann noch glänzend klären konnte (16.), schlug es wenig später erneut in seinem Kasten ein. Wieder machte dabei Wahlers eine unglückliche Figur, als Pauli frei durchstarten durfte – 2:0 (20.).

Doch statt nun die Köpfe hängen zu lassen und sich ihrem Schicksal schon früh zu ergeben, krempelten die Gäste nach völlig verkorkstem Start die Ärmel hoch. Und merkten schnell, dass auch die Osnabrücker Defensive verwundbar war. Nachdem Koltonowski als auch der trickreiche Mazan Moslehe noch knapp scheiterten, gelang Alexander Neumann aus dem Gewühl heraus das 1:2 (36.). Bis zur Pause drückte der TSV mit Macht, zeigte sich der VfL zeitweise völlig indisponiert. Doch wie schon sooft in dieser Saison präsentierten sich die Wümme-Kicker in dieser Phase als Meister im Auslassen von 100-Prozentern. So scheiterte Neumann nach Freistoß per Kopf um Zentimeter, brachte Sebastian Koltonowski gar das Kunststück fertig, nach einem Moslehe-Lattentreffer das Sportgerät aus nur fünf Metern freistehend neben das Tor zu setzen.

So nahmen die Hausherren etwas glücklich einen Vorsprung mit in die Kabine – und bauten diesen kurz nach Wiederanpfiff gar aus, als Taskesen die erste gute VfL-Chance nach langer Zeit versenken konnte. Sein von Mateusz Peek abgefälschter Schuss drehte sich unhaltbar in den Winkel (59.). Was folgte war eine Partie, die an Spannung kaum zu überbieten war. Denn wieder zogen sich de Grün-Weißen selbst aus dem Sumpf, kamen nach einem verwandelten Foulelfer (Neumann wurde gelegt) durch Moslehe zum 2:3 (73.). Und in der 84. Minute kannte der Jubel auf Ottersberger Seite keine Grenzen, als Moslehe gleich sechs Osnabrücker vernaschte – 3:3. Die Freude aber währte gerade einmal 30 Sekunden. Denn im Gegenzug entschied der schwache Unparteiische Nils-René Voigt (Hannover) auf Strafstoß, als Malik Gueye einen strammen Schuss von Taskesen aus rund drei Metern in Gesichtshöhe mit dem Arm abwehrte. VfL-Kapitän Robin Twyrdy ließ sich von den wütenden Ottersberger Protesten nicht beirren – 4:3 (85.). Danach warfen die Gäste noch einmal alles nach vorn und kassierten so nach Konter durch Jan Tauer das 3:5 (90.+3).


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