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Oberliga Niedersachsen 2011/12 - Spielbericht

5. Spieltag - Sonntag, 04.09.2011 - 15:00
Lüneburger SK Hansa - Rotenburger SV 4:0 (2:0)


Rotenburger Kreiszeitung

Demaku scheitert vorne und lädt Lüneburg hinten ein
0:4 vor Beyers Augen / Friauf meckert sich raus / Ouro-Gnaou schwächt Team

Aus Lüneburg berichtet
Matthias Freese

LÜNEBURG · Der erste Saisonbesuch des Präsidenten brachte kein Glück. „Anscheinend nicht“, musste auch André Beyer eingestehen. Für den in Bardowick wohnenden Boss des Rotenburger SV war die Partie beim Lüneburger SK Hansa fast ein Heimspiel, für seinen Fußball-Oberligisten wurde sie zur Lehrstunde. Mit 0:4 (0:2) unterlag der Aufsteiger im in die Jahre gekommenen Stadion im Wilschenbruch.

RSV-Coach Jamal Bounoua – mit ungewohnter Brille statt mit Kontaktlinsen – behielt den Durchblick. Seine Mannen dafür nicht. Obendrein hatte sich der eingewechselte Achraf Ouro-Gnaou nicht im Griff und sah die Ampelkarte, weil er Schiedsrichter Ingolf Söllig (FT Braunschweig) Applaus gespendet hatte (74.). „Diese Undiszipliniertheit hat Konsequenzen“, betonte Bounoua. Und meinte wohl nicht die, die Betreuer Jörg Matthies („Die Mannschaftskasse freut sich“) in Aussicht gestellt hatte.

Thomas Friauf, der offensiv zwar als Vorlagengeber starke Szenen hatte, in der Defensivarbeit aber Andy Kiel im Stich ließ, bekam Bounouas harte Hand bereits in der Pause zu spüren. Er durfte gleich in der Kabine bleiben, nachdem er die Mitspieler mehrfach kritisiert hatte. „So einen Zirkus können wir nicht gebrauchen“, erklärte der Coach.

Seine Auswechslungen sollten sich allerdings nicht auszahlen – die erhoffte Offensivbelebung über die Flügel blieb auch mit Ouro-Gnaou und Haliti aus. „Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass wir in allen Belangen überlegen waren. Wir haben Rotenburg beherrscht“, meinte Lüneburgs Coach Gerd Bruns. Wobei der RSV im ersten Durchgang durchaus beste Chancen besessen hatte. Doch nach einer perfekten Flanke von Tobias Delventhal verpasste Drilon Demaku Keeper Alexander Walter nur einen „Kopfschuss“ (20.), und auch eine Vorarbeit von Friauf verwertete der Mittelfeldakteur nicht (33.). So wurde er zur tragischen Figur, weil er vor dem 0:2 dem Ball nicht entgegenging und das Heber-Tor von Sebastian Klepatz ermöglichte (36.). War das 0:1 von Mohamend Aidara, nach einem holpernden Kullerball, noch verkraftbar gewesen, so war das 0:2 „der Knackpunkt“, wie nicht nur Tobias Kirschke fand. Auch der unsicher agierende Henner Lohmann präsentierte sich da gestern als kein Rückhalt im Tor.

Hielt der RSV nach der Pause zunächst noch mit, war mit dem 0:3 per Elfmeter von Maik Kruse alles vorbei (62.). Das Foul von Atdhe Haliti an Finn Gierke war dabei umstritten. „Der ist mir in den Weg gekommen“, rechtfertigte sich der Verursacher. Und Kollege Andy Kiel sprang ihm zur Seite: „Der hat noch gesagt, dass er das Geschnek annehmen musste.“ So wie die Lüneburger auch das 4:0 nicht ausschlugen – erneut war Klepatz zur Stelle (72.).

Jamal Bounoua wollte seiner neu aufgestellten Innenverteidigung – für den kurzfristig ausgefallenen Klaas Rathjen (Wadenprobleme) spielte Sebastian Harth neben Emmanuel Ngon à Goufan – übrigens nicht den schwarzen Peter zuschieben. „Wenn nicht alle 100 Prozent geben und eine konzentrierte Leistung abrufen, dann kommt so etwas heraus“, meinte er. Auch Tobias Delventhal, erstmals von Beginn an dabei, nahm er aus der Kriktik heraus: „Er war bemüht und engagiert – das waren einige leider nicht.“


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