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Oberliga Nordost Nord 2011/12 2011/12 - Spielbericht

8. Spieltag - Sonntag, 02.10.2011 - 14:00
BFC Viktoria 89 - SV Altlüdersdorf 6:1 (2:1)





„Die Überlegenheit wurde noch mit Gastgeschenken dekoriert“
Für SVA–Trainer Ersan Parlatan war es schon ein „besonderes“ Spiel. Doch letztlich endete die Rückkehr an seine vorherige Wirkungsstätte in einem Debakel.

War ein Punktgewinn bei den namhaft und qualitativ hochkarätig besetzten Viktorianern eigentlich sowieso Utopie bzw. unrealistisch, war aber mit solch einer „Deklassierung“ auch nicht unbedingt zu rechen.

BFC Viktoria begann sofort mit der Übernahme der Spielkontrolle. Vor allem Bönig und Ergirdi kurbelten unermüdlich, drückten dem Offensivspiel mit Ideen ihren Stempel auf. Mit hoher Ballsicherheit und schnellen Direktpassagen wurden die Angriffe kreiert. Altlüdersdorf versuchte seinerseits nach Balleroberung das Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Das klappte zunächst recht gut. Nach 13 Minuten aber doch die erste richtig gute Chance für den Gastgeber. Nach schönem Zuspiel von Keser versuchte es Torjägerroutinier mit einem direkten Heber, der aber zu hoch angesetzt war (13.).

Doch es dauerte nicht lange, da schlug es erstmals im SVA–Tor ein. Bönig setzte sich clever über rechts durch und passte überlegt nach innen. Der erste Versuch von Özgöz wurde noch abgeblockt, im Nachschuss war er erfolgreicher – 1:0 (19.). Dann war wieder Fuß an der Reihe. Diesmal leistete Jacobsen über den rechten Flügel die Vorarbeit, der Stürmer aber scheiterte (23.). Aus seiner spielerischen Überlegenheit machte Viktoria zu wenig. So etwas rächt sich in der Regel.

Altlüdersdorf hatte sich inzwischen auch insgesamt besser auf das Spiel des Gegners eingestellt und agierte etwas mutiger nach vorn. Mit einem herrlichen Querpass von der linken Seite eröffnete Gelici dem SVA eine Chance. Gerhard erlief sich, aus dem Rückraum kommend, halbrechts im Viktoria–Strafraum den Ball und platzierte ihn flach und scharf ins Tor zum Ausgleich (34.).

Doch zwei Minuten später wurde das so nicht vorhergesehen Unheil für den SVA eingeleitet. Mengi wurde steil geschickt. Gästekeeper Lohmann eilte aus seinem Strafraum ihm entgegen. Beim Klärungsversuch traf er Ball und Gegner und vereitelte die Torchance. Schiri Stary ahndete die Aktion hart (zu hart ?) mit Rot (38.). Der verletzte Begzadic musste mit schmerzverzerrtem Gesicht ins Tor, einen Offensivkraft dafür vom Feld.

Die Gäste, nun in Unterzahl, retteten sich ohne weiteren Schaden fast in die Pause. Eine Minute Nachspielzeit wurde angezeigt und der Schiri ließ ein klares Foul an Jin unbestraft. Viktoria nahm das Geschenk dankend an und spielte schnell über die rechte Seite. Bönig passte nach innen, Fuß scheiterte an Begzadic, doch Ergirdi hatte mit dem Abpraller wenig Mühe (45.+1). Das war der Halbzeitstand.

Nach dem Wechsel spielte der Gastgeber seine spielerische, läuferische und zahlenmäßige Überlegenheit fast gnadenlos aus. Es hatte fast den Anschein von Genugtuung gegenüber dem alten Trainer. Schnelle, ansehnliche Spielzüge prägten das Bild und hatten zahlreiche Torchancen zur Folge. Dazu gesellten sich im Verlauf der zweiten Halbzeit auch noch eklatante individuelle Fehler, ja nahezu Geschenke, die der Gastgeber dankend annahm und bestrafte. Das dritte Tor war nur eine Frage der Zeit.

Es fiel, als Bönig wieder einmal präzis von rechts flankte und Fuß im Zentrum, von Cetin ungestört, locker einköpfen konnte (51.). Die letzte richtig gefährliche Gästechance ergab sich noch einmal nach einem Freistoß von der linken Seite. Erdil flankte nach innen, Cetin lief schön ein, köpfte aber haarscharf links vorbei (57.).

Fortan führte wieder Viktoria das Zepter. Als sich Oumari zu leicht über links gegen Cetin durchsetzte und aufs kurze Eck zusteuerte, konnte Bucinski den Ball noch erobern. Doch anstatt das Leder aus der Gefahrenzone zu schlagen, vertändelte der Routinier die Situation fast auf der Linie (!). Özgöz ergatterte ihn sich und schob den Ball in die lange Ecke (60.). Unfassbar!

Viktoria spielte sich nun fast in einen Rausch. Man ließ Ball und Gegner laufen, so dass es fast schon optisch überhebliche Züge annahm. Und am gefährlichsten wurde es immer, wenn es schnell über die rechte Seite vorgetragen wurde. So bereitete Jacobsen eine weitere Chance für Fuß vor, der aber nur die Latte traf (71.).

Und weiter unterstützt wurde das Ganze durch gravierende Gästepossen. Als Begzadic aus der Hand abschlug, fiel sein Schuss genau vor die Füße des eingewechselten Woithe. Der bedankte sich brav und schob das Leder ins leere Tor (83.). Und der Youngster durfte nochmal. Auf Flanke von Jacobsen, wieder von rechts, gewann er mühelos das Kopfballduell gegen Cetin und ließ Begzadic keine Chance (88.).

Damit genug der Schmach, kommentierte SVA–Trainer Parlatan nur kurz: „Ich bin stinksauer!!!“ Und der Hinweis, am Dienstag die Laufschuhe zum Training mitzubringen, lässt einiges erahnen. (D.W.)


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