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Oberliga Nordost Nord 2013/14 - Spielbericht

25. Spieltag - Samstag, 03.05.2014 - 14:00
BSV Hürtürkel - SV Altlüdersdorf 3:2 (0:1)





Niederlage gegen Sieg eingewechselt

Die Enttäuschung bei den Gästen war riesig, aber ebenso unnötig. Mehr als eine Stunde war die Überlegenheit und Souveränität so groß, dass man nie das Gefühl bekam, dieses Spiel noch zu verlieren. Letztlich wurde es leichtfertig „abgeschenkt“.

Der SV Altlüdersdorf begann das Spiel sehr konzentriert und kontrolliert. Man wusste um die Gefährlichkeit der Neukölner und wollte diese erst gar nicht richtig ins Spiel kommen lassen. Das gelang lange Zeit sehr gut, weil man gut die Zweikämpfe annahm und auch viel für die eigene Offensive tat, insbesondere über beide Stürmer und die Außenpositionen. So köpfte Salhab nach Flanke von Müller, aber Celik hielt (2.). Der Torhüter parierte auch den mutigen Direktschuss von Aydogdu nach Vorlage von Tsiatouchas (5.).

Dann die erste Hundertprozentige für den SVA. Salhab bereitete von rechts vor. Vujicic kam sieben Meter vor dem Tor frei zum Abschluss, drosch das Leder aber über den rechten Winkel (22.). Der nächste gute Spielzug folgte wenig später. Doppelpass zwischen Rudolph und Tsiatouchas, Abspiel zu Salhab, dessen gekonnter Fallrückzieher nur knapp neben das BSV–Tor ging (28.). Auf der anderen Seite sahen Schüsse von Yildirim (30.) und Ucar (32.) einen sicheren Keeper Itri im SVA–Tor. Dann war wieder der Gast am Zuge und erneut gefährlich. Müller zog mit Ball am Fuß an zwei Mann vorbei von links nach innen. Ein Blick, ein gezielter Drehschuss, doch der Ball klatschte an die Latte (34.).

Weiter im Minutentakt. Vujicic zu Salhab, aber der Torhüter hielt klasse (35.). Dann ging Koschnik energisch durch und zog ab. Wieder parierte Celik (36.). Die Gästeführung lag in der Luft. Zunächst aber die erste richtig gute Chance für Hürtürkel. Pala marschierte auf der linken Seite unaufhaltsam bis zur Grundlinie. Seinen flachen Pass nach innen setzte Temel aus Nahdistanz über das Gästetor (38.).

Dann war es aber verdientermaßen soweit. Salhab setzte sich im Strafraum gleich gegen zwei Gegenspieler auf engstem Raum durch. Kurzes Abspiel zu Vujicic, der Rückpass folgte per Hacke und Salhab zog das Leder in den langen oberen Torwinkel (41.). Hochverdient der Treffer für die Lila–Weißen dank ihrer überlegenen und souveränen Spielweise. Ein letzter Freistoß durch Inal für Hürtürkel, der nichts einbrachte, beendete die erste Hälfte (44.). Einziger Vorwurf an die Gäste: Sie schossen zu wenig Tore.

Die zweite Hälfte begann gleich wieder mit einer Chance für die Gäste. Koschnik kommt über rechts und flankt. Vujicic bekommt den Ball aber nicht konsequent unter Kontrolle (47.). Erstes Zeichen von Hürtürkel, Schuss von Dikmen über das SVA–Tor (53.). Schüsse aus der Distanz - bisher das einzige Mittel von Hürtürkel. Wie es besser geht, zeigten wieder die Altlüdersdorfer. Vujicic setzt sich wunderbar durch. Der genaue Pass nach innen und Salhab schiebt locker ein – 0:2 (55.). Kurios: Der Doppeltorschütze wollte eigentlich aufgrund von Schmerzen im Zeh zur Halbzeit draußen bleiben.

Ausgehend vom bisherigen Spielverlauf sah alles nach einer Vorentscheidung aus. Nach wie vor blieb der Gastgeber zu einfallslos. Dikmen versuchte sich zweimal aus der Ferne, zunächst hielt Itri sicher (62.), später ging das Leder links vorbei (64.). Der SVA hatte dann nochmal eine hochkarätige Chance zum Ausbau der Führung. Freistoß Groth, Ablage per Brust von Vujicic, dann aber zog Müller von der Strafraumgrenze das Leder haarscharf über den rechten Dreiangel (70.).

Doch es sollte noch Unfassbares passieren. Nach dem 2:0 war bei den Gästen die Überzeugung vom Erfolg wohl so geprägt, dass man den starken Aydogdu auswechselte, statt den angeschlagenen Salhab zu schonen. Kurzzeitig wurde die Viererkette durcheinander gebracht – warum? Als auch noch der verletzte Itri im Tor bleiben durfte, weil er wollte, war Böses zu erahnen. Die Meinungen aus beiden Zuschauerlagern waren in diesem Fall identisch: „Warum wechseln die den Torhüter nicht aus, das sieht doch jeder, dass der verletzt ist“? Zudem blieb der eingewechselte Gigold blass wie sein Haar.

Jedenfalls nutzte Hürtürkel die Kette der Gästefehler innerhalb von nur acht (!) Minuten noch zur Spielwende. Zunächst marschierte Özkara auf der linken Seite ohne Störung durch bis zur Grundlinie. Bei seiner flachen Eingabe sah Itri nicht gut aus und der aufgerückte Inal drückte locker ein – 1:2 (78.). Pala legte dann ein Solo hin, schoss aber haarscharf links vorbei (81.). Doch nur eine Minute später machte es Caliskan besser. Ohne konsequent attackiert zu werden, konnte er von rechts quer durch den Strafraum laufen und von halblinks einfach ins entlegene lange Eck abschließen – 2:2 (82.).

Und es kam noch „dicker“ für die Gäste. Im Anschluss an eine bereits abgewehrte Ecke jagte Dikmen mit vollem Risiko das Leder direkt aus 18 Metern in den linken Winkel (86.) - 3:2. Unfassbar, aber so bitter kann Fußball sein.

Diese Niederlage war für den SVA so „unnötig wie ein Kropf“. Der anwesende FLB–Vertreter und Schiedsrichterbeobachter Klaus–Dieter Stenzel bemerkte treffend: „Das konntet und durftet ihr euch nie aus der Hand nehmen lassen. Aber alles fing an mit der nicht nachvollziehbaren Auswechslung von eurer Nr. 23.“. Aber was soll`s. Wie heißt es so schön? Aus Fehlern lernt man. Sollte jedenfalls so sein.

(Dirk Wieland)


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