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Oberliga Nordost Nord 2014/15 - Spielbericht

20. Spieltag - Samstag, 28.03.2015 - 14:00
BSV Hürtürkel - SV Altlüdersdorf 1:2 (1:0)





Sieg nach Steigerung

SVA–Trainer Steffen Borkowski hatte im Vorfeld dieses Spiels berechtigte Bedenken. Er sprach von einer der schwierigsten Partien in nächster Zeit, man dürfe den Gegner nicht unterschätzen. „Hürtürkel hat sich zur Rückrunde verstärkt, ich hoffe auf einen Punkt“. Zudem „sind viele Spieler mit dem Gedanken schon beim Pokal–Halbfinale am Donnerstag. Keiner will sich verletzen.“ Auch beim Coach spielte der Pokal schon eine Rolle. Die Aufstellung sprach Bände. Auch eine eigenartige Grippewelle prägte die Spielvorbereitung bzw. beeinflusste sie negativ. Alles in allem mulmige Vorzeichen.

Entsprechend schwach präsentierte sich der SVA dann auch in Abschnitt eins. Keine spielerischen Elemente, leichte Ballverluste (bei den Platzverhältnissen kein Wunder), wenig Zug zum Tor. Es fehlte zunächst an allem. Da auch Hürtürkel nicht wirklich viel für die Offensive tat, blieben Torchancen in den ersten 20 Minuten gänzlich aus. Das änderte sich erst nach dem Führungstreffer der Heimmannschaft, der aus dem Nichts heraus fiel. Temel schlug einen Freistoß von der Mittellinie einfach lang vor das SVA–Tor. Keeper Rogall und Kleineberg waren zu inkonsequent und so konnte Yakut mit dem Rücken zum Tor den Ball per Kopf in selbiges verlängern (24.).

Das passte ins Bild des bis dato schwachen Gästeauftritts. Erst danach strafften sich die Gäste etwas. Gefahr ergaben aber nur zwei Freistöße, da man im Angriff zu harmlos agierte und insbesondere Marten überaus körperbetont bearbeitet wurde. Fikic schoss einmal von halblinks gefährlich Richtung Tor, Ferrera und Stoeter verpassten knapp, Keeper Celik hielt auf der Linie (33.). Den nächsten trat Gigold von rechts, Kopfball von Moldenhauer abgewehrt, Marten verpasst im Nachsetzen (37.). Das wars dann aber auch schon bis zur Pause. Die Einschätzung von Fürstenwaldes Trainer Reichel in der Halbzeit sagte alles: „Eigentlich könnte man alle elf auswechseln. Altlüdersdorf mit erstaunlich schwacher Leistung.“

Nach dem Wechsel und mit der Hereinnahme von Tsiatouchas für den verletzten Marten und Krumnow änderte sich die Szenerie doch sichtlich. Altlüdersdorf beherrschte nun optisch das Spielgeschehen, aber verheißungsvolle Chancen blieben vorerst weiter aus. Nur nach einer Eingabe von Fikic von der linken Seite verfehlte Tsiatouchas, am kurzen Pfosten einlaufend, nur haarscharf (48.). Es dauerte bis zur 70. Minute. Von da an verlief das Spiel nur noch in eine Richtung.

Ein erster richtiger „Riese“ ergab sich für Owczarek. Herrlich von Ben–Abdallah freigespielt, umkurvte er noch den letzten Mann, schoss aber weit rechts am Tor vorbei (70.). Fast schon eine Kunst. Dann vergab Gehring nach guter Vorarbeit des agilen Krumnow über links (74.). Als dann Yakut im Strafraum Ben–Abdallah bei der Ballannahme mit der Brust von hinten zu Boden riss, gab es nur eine richtige Entscheidung für Schiri Meißner – Strafstoß. Den verwandelte Kapitän Stoeter gewohnt sicher (77.).

Die erste und einzige Chance für Hürtürkel vereitelte dann Gästetorhüter Rogall, und das gleich im Doppelpack. Zunächst holte er den Schuss von Silva Magalhaes aus dem rechten unteren Eck, den Nachschuss von Temel parierte er glänzend (79.). Im Gegenzug ließen die Gäste ihre Klasse aufblitzen. Krumnow und Owczarek spielten sich im Doppelpass in der BSV–Hälfte durch. Krumnow schob im Abschluss mit rechts flach ein – 1:2 (80.). Nach einer Tätlichkeit an Tsiatouchas flog dann noch BSV–Akteur Silva Texeira mit Rot vom Platz (83.).

Die Schlussphase sah nur noch Gästechancen vor, ein höheres Ergebnis war mehrfach möglich. Erstaunlich der Kräfteeinbruch der Gastgeber, sie hatten sich durch ihre körperbetonte Spielweise wohl übernommen. Herrliche Kombination über Owczarek und Krumnow mit Zuspiel auf Ferrera. Der scheiterte freistehend an Torhüter Celik (85.). Celik konnte auch einen Schuss von Gehring gerade noch zur Ecke lenken (86.). Dann schlug Stevanovic einen Kopfball von Kleineberg noch von der Linie (88.). In der Nachspielzeit noch zwei Möglichkeiten. Tsiatouchas schoss nach gutem Zuspiel von Krumnow über den Kasten (92.) und Krumnow selbst fand noch einmal in Celik seinen Meister (93.).

Letztlich rechtfertigten 10:3 Torschüsse und 64 % Ballbesitz für den SVA doch noch den verdienten Auswärtserfolg. Dass BSV–Trainer Beyazit während und nach dem Spiel wieder mehrfach beleidigend austickte, war und ist schon reine Gewohnheit für die Liga. Dass Schiri–Assistent Päßler während der Partie die Frage „hast Du das gehört?“ bejahte, aber dem SR keine Anzeige machte, lag wohl an der „geballten Ladung Beyazit“ in seinem Rücken.

(Dirk Wieland)


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