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Oberliga Nordost Nord 2014/15 - Spielbericht

28. Spieltag - Sonntag, 24.05.2015 - 14:00
SV Altlüdersdorf - Malchower SV 2:0 (0:0)





Unterhaltsam, eng, aber erfolgreich

„Sie sind körperlich robust und erfahren, aber wir wollen den Bock umstoßen“, meinte SVA–Coach Borkowski vor dem Spiel gegen den Tabellenvierten, der in den 13 Auswärtsspielen zuvor ungeschlagen blieb. Seit sechs Spielen ist der SVA ohne vollen Erfolg, obwohl man in allen Spielen stets mindestens ein gleichwertiger Gegner war oder sogar spielbestimmend. „Meine Jungs müssen sich endlich wieder einmal selbst belohnen“, hieß es. Dem gab es nichts hinzuzufügen, obwohl die Favoritenrolle bei Malchow lag. Einen zusätzlichen Ansporn setzte die eigene 2. Mannschaft, die am Tag zuvor erstmalig den Kreispokal gewann. Es war also angerichtet, auch für eine kleine Saisonabschlussfeier mit Sponsoren und Fans nach dem Spiel.

Schnell sah man dann aber, dass es ein verdammt schweres Unterfangen wird. Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Altlüdersdorf versuchte schnell und über Kombinationen zum Erfolg zu kommen. Die Gäste agierten abgezockt und clever, lauerten, um Fehler des Gegners sofort auszunutzen und zu bestrafen. So kam Malchow in Abschnitt eins auch durchaus zu den klareren Möglichkeiten.

Einen ersten Aufreger gab es nach knapp zehn Minuten. Essama Etogo, Malchows Top–Torjäger, stand plötzlich in Höhe „Elfer“ völlig blank. Doch er wollte es zu genau oder zu schön machen und traf nur die Lattenunterkante. Von dort sprang der Ball auf die Linie und ins Feld zurück (8.). Die Malchower gestikulierten wild und forderten Tor. Doch wer genau hinsah, wie auch der Schiedsrichterassistent, sah, dass der Ball nicht in vollem Umfang hinter der Linie war. Doch das fordert das Regelwerk. Es blieb richtigerweise beim 0:0.

Dann passierte lange Zeit wenig, was aber die Spannung nicht schmälerte. Beide Teams neutralisierten sich im Mittelfeld. Chancen Mangelware. Erst Fogel bot sich wieder eine für die Gäste. Seinen Schuss konnte Itri im SVA–Tor aber sicher parieren (37.). Auf der Gegenseite hatten Krumnow (41.) und Djan-Okai (42.) Halbchancen. Beide suchten aber nicht konsequent genug den Abschluss.

Kurz vor dem Pausenpfiff aber doch fast noch die Führung für den MSV. Einen langen Ball legte Fogel überlegt per Kopf ab zu Essama Etogo. Der musste das Tor eigentlich sicher machen, scheiterte aber an einer überragenden Reaktion von Itri (44.). Das torlose Remis zur Halbzeit war etwas glücklich für die Gastgeber.

Nach dem Wechsel änderte sich das Bild. Nun spielte Altlüdersdorf direkter und geradliniger und vor allem zielstrebig über die Außen. Zur Erhöhung des Drucks brachten sich auch immer wieder die Außenverteidiger Koschnik und Russow mit ein. Aber immer wieder konnte die routinierte Malchower Defensive noch klären. Klar wurde aber auch, dass diese Partie fast nur durch unhaltbare Traumtore entschieden werden kann. So sollte es auch kommen.

Ein guter SVA–Angriff über die linke Seite brachte Koschnik in zentrale Schussposition. Aus gut 20 Metern zog er ab, doch der Versuch wurde noch abgeblockt. Den Abpraller nahm Kapitän Tsiatouchas aus 25 Metern mit vollem Risiko direkt per Dropkick. Unhaltbar schlug das Leder genau im rechten oberen Toreck ein und prallte ca. 30 Zentimeter hinter der Torlinie auf (56.). Ein „Sonntagsschuss“. Und: keine Frage, obwohl Malchow erneut widersprach, die Toranzeige von Schiedsrichter und Assistent kam sofort und unmissverständlich.

Drei Minuten später die letzte Gästemöglichkeit. Konstantinou kam plötzlich nach einer SVA–Abwehraktion frei zum Schuss. Doch wiederum reagierte Itri klasse (59.). In der Folge drückte eigentlich nur noch Altlüdersdorf. Und jetzt stand auch Kornfeld seinen Mann. Einen Freistoß von Owczarek (65.) wehrte er ebenso glänzend ab, wie auch wenig später den Nachschuss von Djan-Okai (66.). Dann übertrieb der Malchower Kapitän Schumski seine Diskutierfreudigkeit und musste mit Gelb/Rot vorzeitig vom Platz (69.).

Nun beherrschte der SVA die Partie sicher. Immer wieder rannte man an, um ein zweites Tor zu erzielen. Letztlich führte ein klasse Spielzug der Lila-Weißen zur Entscheidung. Herrlich über links vorbereitet und durch Koschnik quer in den Rückraum gepasst, fackelte Djan-Okai nicht lange, zog noch kurz nach innen und knallte das Leder flach und platziert ins rechte untere Eck (77.). Auch nicht schlecht anzusehen.

In der Schlussphase verwaltete Altlüdersdorf den Vorsprung sicher und hätte fast noch ein drittes Tor erzielt. Erneut über links durch Koschnik toll eingeleitet, landete der Ball bei Djan-Okai. Völlig frei vor Torhüter Kornfeld schoss er aber mit Gehring noch einen eigenen Mitspieler an – unfassbar (82.). Wenig später beendete Schiri Meißner ein spannendes, umkämpftes Spiel, das der SVA in der Summe verdient gewann.

(Dirk Wieland)

Trainerstimmen

Christopher Stoll (MSV) bilanzierte nach braven Glückwünschen: „Wir haben selber Schuld, da wir in der 1. Halbzeit zwei, drei klare Chancen nicht genutzt haben.“ Insgesamt war er aber, wie fast immer, mit der Leistung der Unparteiischen nicht zufrieden: „Ich verlange schon, wenn Spieler in der Oberliga in der Woche drei- bis viermal trainieren, sollten das auch die Schiedsrichter tun, um den Anforderungen gerecht zu werden. Das erste Tor nicht zu geben, war eine klare Benachteilgung.“

Steffen Borkowski (SVA) fasste kurz zusammen: „Das erste Ding von Malchow war aus meiner Sicht auch ein Treffer. Ich bin aber heute froh, dass wir unsere Durststrecke letztlich auch verdient beenden konnten. Wir hatten heute auch das Quäntchen Glück auf unserer Seite, das uns in den letzten Wochen zumeist fehlte.“


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