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Oberliga Nordost Nord 2016/17 - Spielbericht

30. Spieltag - Samstag, 03.06.2017 - 14:00
FC Anker Wismar - Tennis Borussia Berlin 2:0 (0:0)



Sebastian Schiewe mit Doppelpack gegen dezimierte Tennis Borussen – Platz Fünf
Drei Minuten fehlten den Hansestädter zum vierten Tabellenplatz

„Die Künstler im Tiefstapeln“ titelte die Fußballwoche zu Saisonbeginn in ihrer Sonderausgabe über die Tennis Borussen. Neben Altglienicke und Rathenow gehörte das Team aus dem Berliner Mommsenstadion zu den Favoriten auf den Regionalligaaufstieg. Doch schon lange konnte das Berliner Team diesem Anspruch nicht mehr gerecht werden. Zum letzten Spiel in Wismar reisten die Tennis Borussen jetzt auch nur noch mit zehn Spielern an, Keeper Niko Varrelmann wurde als Feldspieler aufgeboten. Eigentlich ein Armutszeugnis für die Borussen. „Am Morgen hatte ich noch vier kurzfristige Absagen. So war es mir leider nicht möglich, noch Spieler aus der A-Jugend mitzunehmen“, so Tennis Borussia Trainer Cemal Yildiz.

Spielszene 1

Nr. 10 gegen Nr. 10: Sahid Wahab im Zweikampf mit Rifat Gelici

Trotz der numerischen Überlegenheit tat sich das Ankerteam gegen die natürlich sehr defensiv stehenden Borussen lange sehr schwer. Marcel Ottenbreit besaß zwar bereits in der ersten Minute die Möglichkeit zur Führung, doch sein Kopfball flog knapp über das Berliner Gehäuse. In der Folgezeit verflachte die Partie nach und nach. Die Hausherren versuchten es immer wieder, doch an der „Berliner Mauer“ war kein Vorbeikommen. Das Beste am ersten Abschnitt waren die knapp 50 mitgereisten Berliner Fans, die ihr Team von der ersten bis zur letzten Minute unterstützten. Da über die rechte Seite zu wenig Druck kam, wechselte Ankertrainer Christiano Dinalo Adigo bereits vor dem Seitenwechsel Sebastian Schiewe ein. Er kam für Marcel Ottenbreit ins Team.


Spielszene 2

Alle Berliner Spieler im Strafraum, Kopfballversuch von Philipp Ostrowitzki


Zur Pause musste dann Suzan Ilijazi in der Kabine bleiben, für ihn kam Tom Ney. Der dritte Wechsel dann bereits in der 51. Minute, diesmal kam Johannes Plawan für Sahid Wahab. Und der Wechsel von Schiewe machte sich dann in der Mitte der zweiten Hälfte auch bezahlt. Sebastian Schiewe nahm eine Flanke von Pylypchuk volley an und hämmerte die Kugel zur 1:0-Führung in die Maschen.

Nun machten die Gäste auf und versuchten, den Ausgleich zu erzielen. Philipp Unversucht unterband einen gefährlichen Angriff, als er Nicolai Matt kurz hinter der Mittellinie taktisch foulte und die gelbe Karte sah. In der 78. Minute hatte Ankertorjäger Erdogan Pini die Riesenchance zum 2:0, doch nach einem schönen Pass von der rechten Seite schlug der Torjäger ein Luftloch.

Dies hätte sich zwei Minuten vor Schluss beinahe gerächt. Die Gäste warfen nun alles nach vorne. Patrick Richter kam nach einem Pass am Strafraum frei zum Schuss, doch die Ankerabwehr blockte diesen Schuss mit letztem Einsatz ab. Der daraus folgende Konter brachte die Entscheidung, als Sebastian Schiewe zum 2:0 abschloss.

„Ich habe meinen Jungs heute gesagt, sie sollen ruhig spielen. Gerade gegen zehn Mann ist es schwer, das Spiel zu machen. Wir sind am Ende für unsere Mühen belohnt worden und haben verdient gewonnen“, so Ankertrainer Christiano Dinalo Adigo.

Mit fünfzig Punkten beendete der FC Anker somit seine beste Oberligasaison auf dem 5. Tabellenplatz. Da der FC Hansa Rostock II in Zehlendorf in der 87. Minute den Treffer zum 2:3 kassierte, wurde Platz Vier knapp verfehlt.


Spielszene 3

Erdogan Pini erhält von einem Mitarbeiter der „Sächsischen Zeitung“
die Torjägerkanone als bester DDR-Oberligatorschütze*


*Anm.: Die Wertung „Bester DDR-Oberligatorschütze“ stammt von einigen Journalisten, die die DDR-Oberliga spaßeshalber aufrecht halten. Es gab in den Jahren ab 1950 Oberligateams aus Wismar, Lichtenberg, Frankfurt/Oder und Schwein. Gegen diese Gegner hat Pini die meisten Treffer erzielt und sich so noch vor Anton Fink (Chemnitz) aus der 3. Liga gesetzt, wobei alle Spiele gegen ehemalige DDR-Teams in Wertung kommen. Genaueres unter www.ddr-oberliga.de.

Text: Bernhard Knothe
Fotos: Andreas Knothe




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