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Oberliga Nordost Nord 2018/19 - Spielbericht
4. Spieltag - Sonntag, 02.09.2018 - 14:00
FC Hansa Rostock II - FC Anker Wismar 2:0 (1:0)
Grafik Taktikschema

     Taktikschema zeigt eine mögliche Variante.




FC Anker findet im Angriff nicht die richtigen Mittel
Del Angelo Williams trifft doppelt

Spielszene 1
Ankerstürmer Sebastian Schiewe (links) im Zweikampf
„Es war eine schöne Zeit in Wismar, die aber inzwischen schon lange zurückliegt – mittlerweile 13 Jahre“, sagte Hansa-Trainer Axel Rietentiet, der den Kontrahenten also bestens kannte. „Wismar hatte einige Abgänge zu verzeichnen und einen kleinen Kader“, weiß er. „Sie haben trotzdem eine gute Truppe zusammen, die schon jahrelang in der Liga spielt. Sie werden versuchen, defensiv gut organisiert zu stehen und uns das Leben schwer zu machen“, glaubte der 49-Jährige vor dem Spiel.

Und dass die Hausherren Respekt vor dem Ankerteam hatten, zeigte schon die Aufstellung. Rietentiet hatte gleich vier Spieler aus dem Kader der Drittligaelf nominiert, die am Tag zuvor beim Auswärtsspiel der Hanseaten in Meppen auf der Bank gesessen hatten. Das waren Keeper Alexander Sebald, Max Reinthaler, Johann Berger und Del-Angelo Williams. Und dieser Williams erfüllte dann auch die Erwartungen des Rostocker Trainers, denn er erzielte kurz vor dem Seitenwechsel und kurz vor dem Abpfiff beide Treffer der Küstenstädter.

Doch vor allem vor der Seitenwechsel spielte der FC Anker gut mit und stand in der Abwehr sehr sicher. Das sah auch Hansa-Trainer Rietentiet, als er rief: „Wir brauchen mehr Ballkontakte und wir müssen uns besser bewegen!“ Die Rostocker hatten vor allem durch Williams ihre Chancen, doch in der 19. Minute klärte Guilherme Lima gegen den Angreifer.

Spielszene 3

Abwehrchef Philipp Unversucht klärt; ganz rechts der zweifacher Torschütze Del Angelo Williams


Die beste Möglichkeit für die Wismarer Elf gab es in der 31. Minute. Neuzugang Tim Queckenstedt hatte sich den Ball erkämpft, Hansa-Keeper Sebald bereits ausgespielt, war aber fast auf der Grundlinie. Seine Rückgabe kam dann zu Sahid Wahab, doch jetzt klärte Sebald per Fußabwehr.

Hansa wurde gefährlicher. So musste Alexander Pratsler in der 37. Minute im Strafraum klären. Als alle bereits auf den Pausenpfiff warteten, ging Eric Birkholz auf der linken Außenseite auf und davon. Er setzte sich gegen Marco Bode und Sebastian Schiewe durch, passte nach innen. Williams schaltete am schnellsten und spitzelte die Kugel zur Pausenführung an Seide vorbei. „Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt“, ärgerte sich Ankertrainer Adigo.

Spielszene 2

Alexander Pratsler am Ball, rechts Max Reinthaler (19)


Nach Wiederanpfiff hatte die Ankerelf noch Möglichkeiten durch Wahab (47. und 55.) und einen Kopfball vom eingewechselten Tshomba Oliveira. Den „kratzte“ Sebald unter der Latte zur Ecke heraus (55.).

Danach übernahmen die Hausherren das Spiel und jetzt stand Ankerkeeper Mirco Seide mehrfach im Blickpunkt. In der 81. und 82. Wieder zwei Möglichkeiten für Williams. Während die Kugel zuerst lang am Ankerkasten vorbei ins Aus zischte, klärte Seide kurz darauf per Fußabwehr.

In der 89. Minute dann noch einmal Hoffnung beim Ankerteam, denn sie erhielten einen Freistoß kurz vor dem Strafraum. Doch der Schuss stellte Sebald vor keine großen Probleme und die letzte Möglichkeit war verpufft. Im Gegenzug zeigten die Hanseaten, wie es geht. Ein langer Ball landete bei Williams und der ließ von der halblinken Seite Seide keine Abwehrchance.

Hansa-Trainer Axel Rietentiet: „Es war ein interessantes Derby mit einem verdienten Sieg meiner Mannschaft. Ich bin zwar mit dem Sieg zufrieden, aber unser Erfolg hätte höher ausfallen müssen“.

Anker-Trainer Christiano Dinalo Adigo: „Wir haben heute im Angriff versagt, beim Abschluss immer wieder die falschen Entscheidungen getroffen. Das können wir besser und das haben wir in dieser Saison bereits gezeigt. Wir sind noch in der Aufbauphase des neuen Temas und uns wird diese Niederlage nicht umwerfen.“

Text und Fotos: Bernhard Knothe