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Oberliga Nordost Nord 2018/19 - Spielbericht
6. Spieltag - Sonntag, 23.09.2018 - 14:00
FC Hertha 03 Zehlendorf - FC Anker Wismar 0:0
Grafik Taktikschema

     Taktikschema zeigt eine mögliche Variante.




Nullnummer bei Dauerregen
Hansestädter mit den besseren Chancen – Lima traf den Innenpfosten

Die Berliner waren neben Spitzenreiter SV Lichtenberg 47 das einzige Team der Oberliga Nordost Nord ohne Niederlage. Und sie konnten dabei bisher vor allem auswärts überzeugen. Das Team von Trainer Markus Schatte (62, A-Lizenzinhaber) gewann in Brandenburg mit 2:0, siegte beim Überraschungsteam in Greifswald mit 2:1 und holte am letzten Wochenende beim Spitzenreiter Lichtenberg durch ein 1:1-Unentschieden ebenfalls einen Zähler. Auf eigenem Platz haben die 03er gegen den FC Hansa Rostock ein 2:2 erzielt, im Berlinpokal unterlag die Elf von der Onkel-Tom-Straße der Elf aus Staaken aber mit 0:3. Lag darin die Chance für die Hansestädter? Und man kann diese Frage mit einem klaren Ja beantworten. Die Hansestädter standen in der Abwehr hervorragend, vergaßen es nur, sich beim Abschluss selbst zu belohnen, um mehr als einen Zähler aus dem Ernst-Reuter-Sportpark mitzunehmen.

Das Spiel begann mit einer Schweigeminute für den 86-jährigen Günther Kunz. Das Vereinsmitglied, das über viele Jahre bei allen Spielen der 1. Mannschaft anwesend war und bis zu seinem Ableben als Ordner tätig war, starb am 13. September.

Während Hertha-Coach Markus Schatte das gleiche Team auf den Platz schickte, das am letzten Wochenende beim Spitzenreiter in Lichtenberg ein Remis erkämpfen konnte, veränderte der FC Anker seine Aufstellung gegenüber der letzten Partie gegen den Brandenburger SC Süd auf zwei Positionen. Für Marcel Ottenbreit und Alexander Pratsler standen Christian Okafor und Philipp Ostrowitzki in der Startelf.

Abwehrchef Philipp Unversucht zeigte sich bereits im Vorfeld kämpferisch: „Wir haben in dieser Woche viermal trainiert und wollen in Zehlendorf endlich einmal etwas reißen. Wir haben bisher dreimal dort gespielt, konnten aber bisher noch nicht punkten. Und so war die Lust auf die Partie in Berlin riesengroß und wir wollten diesmal dort endlich etwas holen.“ Und am Ende gelang dem Wismarer Mannschaftskapitän immerhin ein Punktgewinn, völlig zufrieden war Unversucht aber nicht. „Wir haben am Ende zwei Punkte verschenkt. Nutzen wir unsere Möglichkeiten besser, waren auch drei Zähler möglich.“

Vor allem in der 42. Minute lag der Wismarer Elf der Torjubel auf den Lippen. Nach einer gefühlvollen Flanke von Sebastian Schiewe von der rechten Seite nahm Guilherme Lima die Kugel direkt und schmetterte sie an den Innenpfosten, den Nachschuss von Sahid Wahab parierte Patrick Amm im Tor der 03er. In dieser Szene stockte den Hausherren der Atem.

Spielszene 1

Erschöpft und durchgeweicht, aber glücklich: Das Ankerteam nach dem verdienten Punktgewinn in Zehlendorf, von links Marco Bode, Philipp Ostrowitzki und Tom Ney.


Auch in Hälfte zwei waren die Abwehrreihen die Glanzstücke auf beiden Seiten. Schröder, Stein und Dobrowe auf der einen Seite, Sanchez-Contador, Unversucht, Bode und Ney auf der anderen ließen sich nicht überwinden. Die beste Berliner Möglichkeit hatte in der 61. Minute Marc Zellner. Er war in den Strafraum eingedrungen, doch Unversucht spitzelte ihm den Ball noch von den Füßen. Da aber auch Wahab und Bode in den letzten zehn Minuten zwei gute Möglichkeiten vergaben, blieb es so bei der Punkteteilung.

„Ich muss mich bei den Zuschauern entschuldigen, denn sie kommen, um Tore zu sehen. Das haben aber beide Mannschaften hervorragend verhindert“, bedauerte Ankertrainer Adigo. „Ich mache meiner neuformierten Elf zwar ein Riesenkompliment für die gezeigte Leistung, aber ganz zufrieden bin ich nicht. Den Chancen nach hätten wir gewinnen müssen.“

Spielszene 2

Philipp Ostrowitzki (2. von rechts), im Zweikampf mit Carl Hopprich




Spielszene 2

Das Ankerteam klatscht nach dem Abpfiff mit den eigenen Fans ab.




Text und Fotos: Bernhard Knothe